Der Kapitelsaal
Der Kapitelsaal ist eine große regulare Räumlichkeit und ein für eine Kloster- oder Klerikergemeinschaft bestimmter Gebäudeanteil. Er wurde 1767 erbaut und liegt fast immer im Ostflügel und hat meistens ein quadratisches Ausmaß Zwei Fenster an der Stirnseite haben in der Mitte den Sitz des Vorstehers und dahinter den Altar. Entlang der Wände sind die Sitze für die Kommunität.
In diesem Saal fanden die Regellesungen, die Beratungen über gemeinschaftliche Angelegenheiten und vor allem die Abtwahl statt. Seit dem 10. Jh. war er ein fester Bestandteil des Klosters. Die Decke ist eine Freskendarstellung des hl. Benedikt in der Glorie mit seinem Regelbuch - gemalt von Meister Bergl. Da in diesem Saal Entscheidungen über das Ordensleben getroffen wurden, hat der Sinnspruch oberhalb der Türe die Aussage: "Bedenke Deinen zukünftigen Abschnitt im Tode vor Gott."
Im Mittelalter hatten Äbte, Bischöfe, Landesherren und Stifter auch im Kapitelsaal das Begräbnisrecht. Der erste Abt des Neuklosters, Heinrich Strenberger, wurde hier bestattet und erst 1984 in der Apsis unter einer Steinplatte neuerlich beigesetzt. Auch der Stifter, Friedrich IV., hatte einmal geplant, seine Grabstätte im Neukloster errichten zu lassen. Da sie aber zu monumental ausfiel wurde sie nach Wien in den Stephansdom verlegt. Zur Zeit wird der Kapitelsaal als Hauskapelle benützt.